The finest in football culture - since 1989
Soul City Bureau

Willkommen im Soul City Bureau für Retronautik & Temporalmechanik

Werte Retronauten, hätte ich fünf Wünsche frei, würde einer davon vermutlich dafür verwendet werden, einen einzigen Tag durch das Düsseldorf der 1930er Jahre zu spazieren. Nicht wegen der Deutschen Meisterschaft unserer Fortuna im Jahr 1933. Nun gut, vielleicht auch ein kleines bisschen deswegen. Vor allem aber, um unsere Heimatstadt in jener Form zu erleben, die heute nur noch auf vergilbten Fotografien, Postkarten und in den Erinnerungen alter Bücher existiert. Das Düsseldorf vor den Bombennächten. Das Düsseldorf der prachtvollen Fassaden, verschwundenen Straßenzüge und längst vergessenen Orte. Was einst mit einem einzelnen Buch über die Geschichte der Stadt begann, entwickelte sich schnell zu einer Leidenschaft.
Wo befand sich dieser Ort? Existiert dieses Gebäude heute noch? Was ist verschwunden und was hat die Zeit überdauert?

Mit jeder beantworteten Frage entstanden zwei neue.
Bald stapelten sich historische Bildbände, Stadtpläne und Ansichtskarten. Flohmärkte wurden zu Forschungsreisen und das Internet zu einem riesigen Archiv voller ungelöster Rätsel. Besonders hilfreich waren Werke wie die Bücher von Alfons Houben oder Henning Schmidt, doch irgendwann genügte es nicht mehr, die Arbeit anderer zu betrachten. Also begann die eigentliche Recherche. Alte Stadtpläne wurden studiert, Straßenzüge verglichen und historische Fotografien mit dem heutigen Stadtbild abgeglichen. Manchmal dauerte die Suche nach einem Standort nur wenige Minuten. Manchmal mehrere Wochen. Gelegentlich konnten sogar Fehler in bestehenden Sammlungen korrigiert werden.
Die wichtigste Regel des Soul City Bureau für Retronautik & Temporalmechanik lautet dabei:
Gezeigt wird nur, was zweifelsfrei identifiziert werden konnte.
Jedes Bild dieser Sammlung wurde sorgfältig lokalisiert. Jeder Standort überprüft. Jeder Zeitreisende soll schließlich wissen, wo er gerade gelandet ist. Je tiefer man in die Geschichte eintaucht, desto besser versteht man übrigens, warum Napoleon Düsseldorf einst als „Klein-Paris“ bezeichnet haben soll. Wer sich intensiver mit der Geschichte der Stadt beschäftigen möchte, findet auf den folgenden Seiten zahlreiche weitere Informationen über den Weg von Dusseldorp im Jahr 1135 bis zur heutigen Landeshauptstadt Nordrhein-Westfalens. Die Arbeit unseres kleinen Büros ist selbstverständlich niemals abgeschlossen. Neue Bilder tauchen auf, alte Rätsel werden gelöst und verlorene Orte kehren Stück für Stück zurück ins Gedächtnis der Stadt. Solltet ihr historische Fotos, Filme, Dokumente oder andere interessante Fundstücke besitzen, freuen wir uns jederzeit über Hinweise.
In diesem Sinne:
Schnallt euch an, stellt die Zeitmaschine auf Düsseldorf und begleitet uns auf einer Reise in eine Stadt, die gleichzeitig verschwunden und doch noch immer da ist. Für diese Zeitreise benötigt ihr weder einen DeLorean noch einen Fluxkompensator.
Neugier genügt.

Blick auf den Wilhelmplatz in die Kaiser Wilhemstraße (heute Konrad-Adenauer-Platz und Friedrich-Ebert-Straße). Auf der linken Seite das Bahnhofhotel mit seinen 130 Betten, Turmgekrönt auf der rechten Seite das im reinen Jugendstil gehaltene Ludwig-Loewe-Haus. Im Hintergrund sieht man auf beiden Bildern die Johnneskirche.

Blick vom Burgplatz auf die drei Düsseldorfer Wahrzeichen: Düsselschlösschen, Schlossturm und Lambertuskirche. Leider entschied man sich 1993 beim Bau des Rheinufertunnes gegen eine Rekonstruktion des Düsselschlösschens. Somit ist ein Wahrzeichen Düsseldorfs für immer verloren.

Blick auf das Hansa Hotel (bzw. Hansa Haus) in Richtung Graf-Adolf-Straße. Das einzige alte Gebäude rund um den Hauptbahnhof, das die Zerstörung durch den Krieg halbwegs überstanden hat.

Blick vom Düsselschlösschen zum Lambertus. Die neue Bebauung rund um den Lambertus ist mit „gruselig“ noch wohlwollend umschrieben. Anstelle des Schlösschens befindet sich heute „dat Suffkopptreppche“