Werte Leserschaft, es war einmal ein Herbst in Düsseldorf, in dem Fortuna scheinbar beschlossen hatte, sämtliche Anhänger auf eine harte Probe zu stellen. Sieben Pflichtspiele. Sieben Niederlagen.
Nach der siebten Pleite glaubt niemand mehr an Statistiken, Formkurven oder die berühmte ausgleichende Gerechtigkeit. Irgendwann erreicht man den Punkt, an dem rationale Erklärungen ihren Dienst quittieren und nur noch höhere Mächte infrage kommen.
Oder eben Voodoo.
Also wurde gehandelt. Die City Crew erschuf eine Voodoo-Puppe. Kein billiger Jahrmarktszauber, sondern ein fachgerecht vorbereitetes Kultobjekt mit allen notwendigen Ritualen, die man sich in einer Fußballkurve eben zusammenreimt. Fortan hing die Puppe bei jedem Heimspiel gut sichtbar im Stadion.
Und dann geschah etwas Merkwürdiges.
Plötzlich gewann Fortuna. Nicht einmal. Nicht zweimal. Die Bilanz der folgenden Heimspiele liest sich heute wie das Ergebnis eines schlecht recherchierten Märchens:
Saison 2010/11
- 13 Siege
- 1 Unentschieden
- 0 Niederlagen
Saison 2011/12
- 12 Siege
- 5 Unentschieden
- 2 Niederlagen
In zwei Spielzeiten verlor Fortuna gerade einmal zwei Heimspiele. Die Mannschaft marschierte Richtung Bundesliga und jeder, der behauptet, dies habe nichts mit einer etwas zweifelhaften Stoffpuppe zu tun gehabt, soll uns bitte eine bessere Erklärung liefern.
Mit dem Aufstieg war der Auftrag erfüllt. Die Voodoo-Puppe wurde schließlich entsorgt und verschwand aus der Geschichte von Soul City.
Heute, viele Jahre später, vermisse ich sie manchmal. Nicht weil ich ernsthaft an ihre Kräfte glaube. Sondern weil genau dieser herrlich absurde Aberglaube den Fußball zu dem macht, was er ist. Elf gegen elf wäre schließlich viel zu einfach. Erst die kleinen Rituale, die irrationalen Hoffnungen und die Geschichten, die man sich noch Jahre später erzählt, machen aus einem Spiel etwas Magisches.
Und seien wir ehrlich:
Eine Voodoo-Puppe mit einer Heimbilanz von 25 Siegen, 6 Unentschieden und nur 2 Niederlagen findet man auch nicht alle Tage.
In diesem Sinne… Ihre ergebener,
Lord Hadden Langston









