Fortuna im Paul-Janes-Stadion – oder: Als der Fußball für einen Moment wieder ganz uns gehörte
Werte Leserschaft,
manchmal braucht es gar nicht viel, um sich daran zu erinnern, warum man sich irgendwann einmal in diesen ganzen Fußballwahnsinn verliebt hat. Keine aufwendige Choreografie, keine hochmoderne Arena, keine Sponsorenpräsentation auf der Videowand und auch keine perfekt durchgetaktete Unterhaltungsshow, bei der man sich zwischen Einlass, Bratwurst und Anpfiff gelegentlich fragt, ob man eigentlich noch im Stadion oder schon in einer Mischung aus Einkaufszentrum und Freizeitpark gelandet ist. Manchmal reicht ein Fußballplatz, ein paar alte Tribünen, ein voller Block und das Gefühl, für einen kurzen Moment wieder dort zu sein, wo alles einmal angefangen hat.
Einfach nur Fußball
Es war ein seltsames, aber wunderschönes Gefühl, die Fortuna-Profis wieder in Flingern zu sehen. Natürlich ist das Paul-Janes-Stadion nicht mehr das Rheinstadion und natürlich hat sich auch hier über die Jahre einiges verändert. Aber es gibt Orte, an denen man nicht lange suchen muss, um die Verbindung zur eigenen Geschichte zu spüren. Ein Blick auf die Tribüne, ein vertrauter Weg zum Eingang, die Geräusche aus dem Block und dieses ganz eigene Gefühl, das sich einstellt, wenn man an einem Ort steht, an dem man schon viele Jahre zuvor gestanden hat.

Foto: Soul City
Das war Fußball pur. Ohne viel Schnickschnack, ohne Kommerz und ohne das Gefühl, dass jede freie Fläche im Stadion noch irgendeinen wirtschaftlichen Zweck erfüllen muss. Natürlich wird auch im Paul-Janes-Stadion niemand die Zeit zurückdrehen können. Aber für diese beiden Spiele durfte man zumindest kurz so tun, als wäre das alles noch möglich.
I Predict a Riot
Besonders aufgefallen ist mir dabei etwas, das man im modernen Fußballbetrieb vielleicht gar nicht mehr so bewusst wahrnimmt: die Musik.
Aus den Boxen kam ein schöner Klang, der nicht alle paar Minuten von einer Werbeunterbrechung zerschnitten wurde. Keine aufdringliche Ansage, die uns daran erinnert, dass irgendein Unternehmen heute ebenfalls mit im Stadion ist. Stattdessen Songs, die einfach zur Stimmung passten. „I Predict a Riot“, „Düsseldorfer Jungs“, „The Passenger“, “Bro Hymn“, “Take ‘Em All” und jede Menge Punk- und Indie-Songs, die man nicht erst durch irgendeine Stadionmarketingabteilung erklären lassen muss.
Fotos : Ultras Düsseldorf , Soul City

Foto: Ultras Düsseldorf
Zwei Spiele, eine Erinnerung
Ich weiß nicht, ob diese Rückkehr irgendwann noch einmal stattfinden wird. Vielleicht war es tatsächlich nur ein kurzer Ausflug in die eigene Vergangenheit, zwei Spiele im Niederrheinpokal, die uns noch einmal an einen Ort geführt haben, der für viele von uns mit unzähligen Erinnerungen verbunden ist. Vielleicht wird das Paul-Janes-Stadion für die Profimannschaft künftig wieder das bleiben, was es zuletzt war: die alte Heimat, an die man sich erinnert, die man besucht und von der man erzählt.
Aber diese zwei Spiele haben gezeigt, dass ein Stadion nicht einfach nur aus Beton, Rasen und Tribünen besteht. Es lebt von den Menschen, die dort stehen, von den Geschichten, die sich über Jahrzehnte angesammelt haben, und von den Erinnerungen, die immer wieder neu entstehen. Für die älteren Fortuna-Fans war es ein Wiedersehen. Für die jüngeren war es vielleicht der Anfang einer eigenen Geschichte mit diesem Ort.

Natürlich darf auch die Karte vom ersten Spiel in der Arena gegen Union Berlin in dieser Sammlung nicht fehlen. Und nun liegen hier auch die beiden Eintrittskarten dieser vermutlich letzten Rückkehr der Fortuna-Profis nach Flingern.
Ein Stück Fußballgeschichte, gesammelt auf Papier. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Bei Fortuna meistens nach dem Abpfiff.

Und für uns alle war es ein kleines Stück Fußballromantik, das sich nicht künstlich herstellen lässt. Man kann es nicht kaufen, nicht planen und schon gar nicht durch eine Werbekampagne ersetzen. Es passiert einfach, wenn Fortuna für zwei Spiele nach Hause kommt.
Wenn die letzten Gesänge verhallt sind und die Lichter langsam ausgehen, bleibt manchmal mehr zurück als ein schöner Fußballabend. Ein Gefühl von Heimat. Von früher. Von dem, was Fußball einmal war und im besten Fall immer noch sein kann.
Bis die Lichter wieder angehen.
Ihr ergebener
Lord Hadden Langston











Auch wenn es sportlich im Augenblick alles andere als gut läuft, war die Rückkehr in die alte Spielstätte doch etwas Besonderes. Wenn man bedenkt das viele der Jungen Leute hier noch kein einziges Spiel gesehen haben. Vielen Dank für den tollen Artikel und bei der Musik bin ich ganz bei dir! ⚽️❤️🤍