Werte Leserschaft, es ist diesem Verfasser zu Ohren gekommen, dass Fußballvereine gelegentlich von außergewöhnlichen Spielern geprägt werden. Nicht zwingend von den talentiertesten. Nicht von den teuersten. Und oftmals nicht einmal von den erfolgreichsten. Sondern von jenen seltenen Figuren, die irgendwann mit dem Verein verschmelzen. Menschen, bei deren Namen man sofort an einen bestimmten Verein denkt und bei deren Verein man sofort an diesen Menschen denken muss.
Fortuna Düsseldorf hatte davon einige.
Die Helden meiner Kindheit hießen Klaus und Thomas Allofs, Egon Köhnen, Günter „Schädel“ Thiele oder Gerd Zimmermann. Jede Generation hat ihre eigenen Legenden und vermutlich wird jede Generation fest davon überzeugt sein, die größten von ihnen erlebt zu haben. Doch wenn es um die jüngere Vereinsgeschichte geht, führt kein Weg an einem Namen vorbei:
Andreas „Lumpi“ Lambertz.
„Fortuna ist wie ein Verkehrsunfall. Man will nicht hingucken, aber man tut es trotzdem“ Lumpi Lambertz
Ganze 13 Jahre Fortuna. 13 Jahre Leidenschaft und Hingabe. Die Knochen hingehalten für Düsseldorf in vier verschiedenen Ligen. Dreimal aufgestiegen, einmal abgestiegen: eine Karriere, geprägt von absoluter Vereinstreue, wie es sie so in Deutschland kaum mehr gibt. Lumpis Spiel ist nicht schön, aber selten. Mit seinen zu kurzen Beinen und zu langen Armen schaukelt Lambertz über den Platz wie ein Matrose auf Landgang. 2007 wurde er zum „Düsseldorfer des Jahres“ gewählt, vor dem Hosen-Sänger Campino. Er steht neben Toni Turek, Gerd Zewe und den Allofs-Brüdern in der Jahrhundertelf der Fortuna, schoss auf die Torwand des Aktuellen Sportstudio, wurde vom Bayern-Präsidenten Uli Hoeneß über Gebühr gelobt.
Es gibt Düsseldorfer, die behaupten, Lambertz könne sofort Oberbürgermeister werden, er müsse sich nur zur Wahl stellen. In den letzten zwei Jahrzehnten hat kein Akteur dem Verein so sehr seinen Stempel aufgedrückt wie „Lumpi“ Lambertz. Niemand vor ihm schaffte es, mit ein und demselben Club von der vierten Spielklasse bis in die Bundesliga aufzusteigen. Keinem anderen gelang es in allen fünf Ligen für seinen Verein zu treffen. Das Spiel gegen den FSV Frankfurt war sein 339. für die Forteng.
Das Schöne an der Geschichte ist jedoch, dass man bei Andreas Lambertz niemals wirklich von einem Abschied sprechen konnte. Denn auch nach seiner aktiven Laufbahn wird er seinem Verein erhalten bleiben. Im Nachwuchsbereich wird er zukünftige Generationen von Fortunaspielern begleiten und ihnen hoffentlich genau das vermitteln, was ihn selbst über all die Jahre ausgezeichnet hat: Identifikation, Leidenschaft, Vereinstreue und die Bereitschaft, für die Fortuna immer einen Schritt mehr zu gehen als andere.
Wer wäre dafür besser geeignet? Spieler kann man ausbilden, Charakter nicht. All das lässt uns dann doch optimistisch in die Zukunft blicken.
Auch der Verein hat längst erkannt, welchen Stellenwert Andreas Lambertz für Fortuna Düsseldorf besitzt. Die Rückennummer 17 wird nie wieder vergeben werden.
Und das ist auch gut so. Manche Nummern gehören nicht mehr auf den Rücken eines Spielers, sondern in die Vereinsgeschichte.
Fun Fact: m Frühjahr 2009 veranstaltete der Verein eine Online-Abstimmung über die besten Vereinsspieler aller Zeiten. Dort wurde Andreas Lambertz zusammen mit Toni Turek und Klaus Allofs in die erste Mannschaft gewählt.

Wenn ich den Namen Fortuna Düsseldorf höre, denke ich nicht zuerst an Tore, Tabellen oder Abstiege. Ich sehe Andreas „Lumpi“ Lambertz vor mir.
Mitten auf dem Platz, eine Bengale in der Hand. Dieses unverwechselbare Grinsen im Gesicht. Umringt von Fans.
In genau jenem Moment, in dem Spieler zu Legenden werden.
O Captain! Mein Captain!
In diesem Sinne… Ihre ergebener
Lord Hadden Langston




